Erfolgreicher Testlauf: Ab sofort CoderDojos auch in Kassel

Am 7. März hatten wir unsere eigenen und befreundete Kinder zu einem Probe-CoderDojo eingeladen. CoderDojo ist eine weltweite Initiative, die Kinder für Programmieren begeistern will. Zugegeben, wir waren ganz schön aufgeregt. Was, wenn die Kinder nach kurzer Zeit die Lust verlieren würden? Oder die Aufgaben zu schwer wären? Oder sich die Mentoren nicht richtig auf die Kinder einstellen würden? Sechs Mentoren und 13 Kinder testeten den Programmierkurs. Das Feedback war eindeutig: Das Konzept ging auf, alle waren hellauf begeistert.

Aber der Reihe nach.

Kurz vor 10 in der Kasseler Firmenzentrale von Micromata: Die sechs Mädchen und sieben Jungs im Alter von 7 bis 13 Jahren trudeln mit ihren Eltern ein. Während die Erwachsenen noch die Teilnahmebedingungen ausfüllen, erobern die Kinder schon den Raum. Sie platzieren sich schneller als man gucken kann an den Tischen vor der überdimensionalen Leinwand und packen stolz wie Harry die Laptops aus, die sie mitgebracht haben. Für manche ist es das erste Mal, dass sie an die Geräte ihrer Eltern dürfen.

Vom 1×1-Trainer bis zum Autorennen

10 Uhr: Nach einer kurzen Begrüßung und meiner Frage, ob denn jemand erklären könne, was genau programmieren sei, meldet sich selbstbewusst ein 12-Jähriger: „Programmieren kommt von Programmen. Alles was im Internet ist, was man benutzt, was auf technischen Geräten funktioniert, wie Spiele oder Apps, ist programmiert worden.“ Besser hätte ich es auch nicht sagen können.

10:10 Uhr: Anschließend stellen die Mentoren ihre Projekte vor. Es gibt einen 1×1 Trainer, ein Autorennen und zwei weitere Spiele, eins mit einem Roboter und eins mit einem Labyrinth, in dem man eine Pizza ergattern muss. Wohlgemerkt alles Anwendungen, die die Kinder erst programmieren sollten, bevor gespielt oder gerechnet werden durfte.

Visuelle Programmiersprache „Scratch“

10:20 Uhr: Nach einer kurzen Entscheidungsphase haben sich die Gruppen gefunden und verteilen sich an den Tischen. Die Projekte basieren alle auf der kostenlosen Kinderprogrammiersprache Scratch, die vom MIT entwickelt wurde. Der Vorteil: „Da es auf einer nahezu rein grafisch gehaltenen Oberfläche basiert, werden potentielle Frustfaktoren, wie viel Tipparbeit, komplizierte Sprachsyntax und diesbezügliche Fehler, ausgeschlossen.“ (Wikipedia).

So sieht ein Computer von innen aus

bis 12:15 Uhr: Die Kinder arbeiten zum Teil hoch konzentriert an ihren Projekten. Manche sind schon fertig, ein paar Jüngere suchen Abwechslung beim Kicker im Keller. Stefan und Moritz nutzen die Pause und zeigen den Kindern wie ein Computer von innen aussieht. Vielen ist die große Kiste gar nicht mehr als solcher bekannt. Die Kinder dürfen die Festplatte anfassen, fragen, wozu man die Grafikkarte brauche und setzen das CD-Laufwerk ein.

12:15 Uhr: Die heiß ersehnten Pizzen werden geliefert! Die Kinder und Mentoren stürzen sich auf die dampfenden Kartons und schon bald sind Margaritha und Salami verputzt. Brokkoli mit Spinat scheinen komischerweise nicht so gut bei den Kids anzukommen.

Bis 13 Uhr verfeinern einige Kinder noch ihre Projekte, hängen in der Küche ab oder bereiten sich auf die Abschlussrunde vor. Schließlich wollen alle zeigen, was sie programmiert haben und erfahren, was die anderen geschafft haben.

Die Abschlusspräsentationen

13 Uhr: Stolz erklären die Mädchen und Jungen vor der Großbildleinwand wie sie vorgegangen sind, um den „bösen“ Roboter zu programmieren, welche Bedingungen erfüllt sein mussten, „um die Tür zur Pizza zu öffnen“ oder wie sie vorgegangen sind, um den Mathe-Trainer zu programmieren. Sehr schön ist auch das Autorennspiel mit extra Soundeffekten.

Die vorgestellten Ergebnisse sind der Hammer und ich bekomme einen kleinen Kloß im Hals. Alle Kinder werden mit viel Applaus und einer wunderschön gestalteten Urkunde belohnt.

Fazit

Kinder, Eltern und Mentoren sind begeistert – wir vom Orgateam auch. Das Konzept ist aufgegangen. Den Kindern hat es Spaß gemacht, sie haben was gelernt und fast alle haben zum ersten Mal erfolgreich ein eigenes Programm geschrieben! Die Feedback-Wand spiegelt das eindrücklich wieder – alle wollen wieder kommen.

Feedback
Der CoderDojo-Testlauf hat voll ins Schwarze getroffen

 

Und weil das erste Mal zu gut geklappt hat, haben wir gleich einen Termin festgelegt:

Das nächste, öffentliche CoderDojo wird am Samstag, den 30. Mai stattfinden.

Wenn ihr interessiert seid und mit euren Kindern oder als Mentor teilnehmen wollt, merkt euch den Termin vor und schreibt an info@coderdojokassel.org. Sobald die kostenlose Anmeldung freigeschaltet ist, informieren wir per Mail und hier auf der Website.

Danke schöööön

  • An alle Kinder: ich hoffe, wir haben euch Lust auf mehr gemacht!
  • An alle Mentoren, ihr wart spitze und wir hoffen, ihr seid auch beim nächsten Mal wieder dabei!
  • An Katharina und Inge für die tolle Organisation vor Ort und Julia im Vorfeld! 
  • An Tung und Mike für die schönen Fotos!
  • An Christoph von der Medienmanufaktur Hartmann für den grandiosen Film!
  • Und natürlich an lerneprogrammieren.de und Micromata, die das ganze erst ermöglicht haben. Wie ihr seht: es hat sich gelohnt!

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